Eigensinn macht Spaß!?

Gegen die Infamitäten des Leben sind die besten Waffen: Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.
Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spass, und die Geduld gibt Ruhe.
(Hermann Hesse)

Aus dieser erstmal eigenartig anmutenden Kombination von Tugenden kann nun jeder, der sich zeitweise den Widrigkeiten des Lebens erlegen fühlt, für sich selbst herausfinden, was die persönlichen Schwachstellen sind. Wem hier der Eigensinn nicht reinpasst, darf auch ‚Charakter‘ oder ‚Persönlichkeit‘ einsetzen, aber für Hesse galt er als einzige Tugend überhaupt und
„wirkliche Tugenden stören immer und erregen Hass“. (H. Hesse- Werkausgabe10, S.454 ff)

Seit ich denken kann, fühle ich mich ruhelos. Die Momente, in denen ich mich komplett aufgehoben fühle, d.h. zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, das Richtige tuend, sind für mich seltene Augenblicke des Glücks, Sternschnuppen gleich.
Der Drang, mich selbst, die Menschen und Dinge, sowie Situationen um mich herum, ständig hinterfragen zu müssen und die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen, treibt mich an – und Nahestehende gelegentlich fast zum Wahnsinn.

Ich beneide deshalb Leute, die ausgeglichen und scheinbar unbeirrt ihren Weg gehen können, ohne Zweifel an ihrem Tun und Lassen. Dieses Leben scheint soviel einfacher!

Eigensinn macht Spaß-www.feuerfangen.de

Janosch, erschienen im Zeit- Magazin

Aber es ist nicht mein Leben!
Ich fühle mich geradezu verpflichtet, es mir eben nicht einfach zu machen, also nicht den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, sondern alles mir Mögliche zu tun, Widerstände auszuräumen. Geht nicht- gibt’s nicht, war immer meine Devise. Das hört sich anstrengend an und das ist es auch! Lösungsorientiertes, selbständiges Denken ist nur solange gewünscht, wie es nicht angewendet wird. Hermann Hesse, der mir aus der Seele spricht, formuliert es so:

„Es gibt keinen andern Weg der Entfaltung und Erfüllung, als den der möglichst vollkommenen Darstellung des eigenen Wesens: ,Sei du selbst!’… Daß dieser Weg durch viele moralische und andere Hindernisse erschwert wird, daß die Welt uns lieber angepaßt und schwach sieht als eigensinnig, daraus entsteht für jeden mehr als durchschnittlich individualisierten Menschen ein Lebenskampf. Da muss jeder für sich allein … entscheiden, wieweit er sich der Konvention unterwerfen oder ihr trotzen will. Wo er die …Forderungen von Familie, Staat und Gesellschaft in den Wind schlägt, muss er es tun mit dem Wissen darum, dass es auf seine eigene Gefahr geschieht. …Man muss jedes Zuviel, jedes Überschreiten des eigenen Maßes büßen, man darf ungestraft weder im Eigensinn noch im Anpassen zu weit gehen.“ (Hermann Hesse, Ausgewählte Briefe)

Hier kommt dann also die Tapferkeit ins Spiel, um die Konsequenzen des Eigensinns ausbaden zu können. Macht Eigensinn dann überhaupt noch Spaß? Und wie bekomme ich die Kurve zur Geduld und ihr zufolge zur Ruhe?
Eigensinn macht Spaß-www.feuerfangen.de
In der Psychologie gibt es dafür den Begriff der ‚Radikalen Akzeptanz‘ und ich habe Jahre mit schmerzlichen Erfahrungen gebraucht, um ihn zu verinnerlichen und bin noch immer nicht damit fertig. Er beinhaltet die Bereitschaft, etwas hinzunehmen, zu akzeptieren, was ich gerne verändern würde, aber nicht verändern kann. Also das sprichwörtliche „Jammern über verschüttete Milch“ aufzugeben und die Einsicht, dass nicht alle Protagonisten in meinem Lebensbuch gewillt sind, sich der vorgesehenen positiven Wandlung zu unterziehen.
Durch die Akzeptanz dessen erspare ich mir unfruchtbares Hadern und selbstauferlegtes Leiden.

http://www.bameier.de/radikale-akzeptanz/

Es ist im Grunde mein Tribut an das Leben und den, der es steuert, Unabänderliches stehen lassen zu können und ihm mehr Macht einzuräumen, als dem Vertrauen in meinen Eigensinn. Ein lebenslanger Prozess-; und der Alltag bietet viele Gelegenheiten, sich darin zu üben. Jemand, der stets auf Effizienz ausgerichtet war wie ich, erlebt dies als Tortur und mitunter als Demütigung.
Aber ich werde dafür mit Souveränität belohnt, die ich mir anders nicht besser aneignen könnte und deren höchste Form vielleicht als ‚Geduld‘ bezeichnet werden kann.
Damit schließt sich der Kreis- und ‚zur Ruhe kommen‘ dürfen dann auch mal Tapferkeit und Eigensinn.

Claudia Bettina

P.S.Wie geht es dir damit? Gehörst du zu der Gruppe, die sich leichter in ihr Schicksal fügen?Oder könntest du an deiner Ohnmacht verzweifeln?

Eigensinn macht Spaß-www.feuerfangen.de

 

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gelassenheitsgebet

Share

Luther ja, Freigeist nein

Luther ja, Freigeist nein

Eine Region im Luther-Fieber

Der Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt atmet aus jeder Pore Luther. Tausende Menschen aus aller Welt werden erwartet zur Weltausstellung, zum Kirchentag, zum 500. Geburtstag der Reformation. Ein organisatorisches Meisterwerk muss erbracht werden, um den Besucherströmen gerecht zu werden in einer Zeit, in der nationale Sicherheit ein kostbares Gut geworden ist, erst recht in einer kleinen Provinzstadt wie Wittenberg.Dafür wurden viele neue Jobs geschaffen in Museen und ihren Shops, in Komitees, in Organisationen und Verwaltungen: Geschäftsführer, Botschafter, Präsidenten,Ticketverkäufer, Organisatoren, Koordinatoren, Garderobenanhänger, Gästeführer, Gästebetreuer, Standverkäufer, Parkplatzanweiser, Shuttlefahrer, Sicherheitspersonal, Aufräumer, Aufsichtsleute, Ticketabreisser, Auskunftgeber…usw. 

Luther finden plötzlich alle toll! Und jeder möchte seinen Anteil abbekommen vom großen Kuchen des Lutherhype. VIP’s outen sich als Reformationsfans. Reformation ist zum Modewort geworden , es riecht nach Aufbruch, nach Veränderung, nach dem Ablegen alter Hüte. Und manch einem mögen dabei die 68 iger näher sein als das, was Luther vor 500 Jahren anmahnte.

Luther ja, Freigeist nein

Luther-www.feuerfangen.de

Um sicher zu sein, ob man sich tatsächlich mit Luther identifizieren kann, sollte man die grundlegenden Verhaltensweisen des großen Reformators einmal beleuchten.
Da fällt vor allem die Eine auf: MUT.
Mut zur Erkenntnis, Mut zum Bekenntnis, Mut für dieses Bekenntnis geradezustehen.
Mut zum Ansprechen von Mißständen, Mut zum Beseitigen der Mißstände.
Mut mit Obrigkeiten auf Augenhöhe zu reden, Mut zum Eingestehen von Fehlern, Mut, um Dinge neu und anders anzugehen.
Martin Luther war ein mutiger Mann!
Auch wenn er mitunter von seinen Selbstzweifeln fast aufgefressen und depressiv wurde, setzte er all seine Kraft für seine Überzeugungen ein. Dafür verlor er zeitweise materielle Sicherheit, Freiheit, Ansehen und fast sein Leben.
Wären all die neuen Lutherfans und Anhänger der Reformation dazu bereit?

Luther-www.feuerfangen.de

Woher bezog er diesen Mut? Was machte ihn so mutig, dass er bereit war, sein Leben zu riskieren? Es war sein Glaube an Gott als die einzige Instanz, die der Mensch fürchten muss!
Diese Überzeugung verlieh ihm die innere Freiheit, zu denken, zu tun und zu lassen, was er für richtig erkannte.
Als jemand, der 40 von seinen 50 Lebensjahren im Landkreis Wittenberg zubrachte, muss ich leider sagen, dass die meisten Menschen hier in der Region von dieser Überzeugung weit entfernt sind.
Das liegt zum Einen an den 40 Jahren Kommunismus, der in diesem Teil Deutschlands ganze Arbeit geleistet hat.
Die Menschen wurden geduckt und zum Stillhalten instrumentalisiert. Die Gottheiten der Kommunisten und Sozialisten hießen Marx, Engels und Lenin und wurden mit ihren Lehren dazu benutzt, ganze Generationen in Angst, Mißtrauen und Feigheit zu erziehen.

Luther-feuerfangen.de
Ich bin in der DDR nahe Wittenberg in einem evangelischen Pfarrhaus, einer Enklave der ideologischen Freiheit, aufgewachsen und habe sozusagen die reformatorischen Werte mit der Muttermilch eingesogen. Kein Wunder, dass ein „Rebell“ daraus hervor ging, wenn man darunter schon jemand verstand, der einfach nur seine Meinung laut sagte und sie auch vertrat, was folgerichtig Konsequenzen hatte. Mir blieben also Abitur und Studium trotz bester Leistungen versagt.
Trotz unserer freiheitlichen Demokratie im Deutschland des 21. Jahrhunderts, in dem jeder seine Überzeugungen laut bekennen darf, finde ich mich wieder zwischen Duckmäusertum, Druckausübung, aufgeblasener Überheblichkeit und Engstirnigkeit.
In den letzten 5 Jahren liegen 3 Arbeitsverhältnisse hinter mir, bei denen meine Geradlinigkeit meinen Leistungen zum Verhängnis wurde. Innere Freiheit ohne Menschenfurcht kann ungewollt und unbewußt zu einer gefürchteten Waffe werden im Kampf um den längeren Hebel. Gesucht werden Stillhalter, graue Mäuse, Ja-Sager. Und davon gibt es hier noch reichlich.
Meine persönlichen Erfahrungen haben mich krank gemacht. Ein Jahr lang litt ich an Selbstzweifeln und Depressionen. Da half auch Luther nicht. Wohl aber der, der auch sein Mutmacher war.

Luther-www.feuerfangen.de

Luther-www.feuerfangen.de

Luther war ein Freigeist durch und durch. Wenn wir also dem Geist der Reformation in der Form huldigen, wie es gerade ein ganzer Wirtschaftszweig tut, dann sollte dieser Freigeist auch zum Zuge kommen dürfen.
Ich wünsche mir mehr Menschen, die nicht nur auf den Luther- Zug aufspringen, sondern auch bereit sind, die Werte zu leben, die dieser als Fracht mit sich führt.

Bettina

Share

Steine im Weg? Mach was draus!

Wie hat das neue Jahr für dich angefangen?

Bist du gut durch gestartet oder war der Anfang etwas holprig? Wie ein unbeschriebenes Blatt Papier liegt das Jahr jetzt noch vor uns.

Steine im Weg?

Steine-www.feuerfangen.de

Verheißungsvoll und spannend für die Einen. Für andere überwiegt die Unsicherheit und Skepsis. Aber mit jedem Tag, der vergeht, schreibt dieses noch junge Jahr seine Geschichten und bald schon ist der Zauber der Erwartung verflogen und man folgt dem Nächstliegenden. Für viele bedeutet es schon pures Glück, ungehindert die Tage „absolvieren“ zu können. „Darf es auch ein bisschen mehr sein?“ Jaaaaa, melde ich mich. Ich möchte das Kribbeln wieder spüren, die Freude auf den Tag, der vor mir liegt. Mich auf Begegnungen freuen, irgendwie meinen Teil dazu beitragen,  dass Menschen und Dinge bewegt werden. Wieder aktiv sein können in dem Rahmen, der mir zur Verfügung steht.

Steine im Weg?

Steine-www.feuerfangen.de

Dabei muss ich die Steine, die auf meinem Weg liegen, ausräumen, damit ich nicht darüber stolpere. Doch wie werde ich mit diesen Hindernissen fertig?  Was stelle ich damit an? Denn ich habe den unbequemen Weg gewählt.  Die bequemen sind am Ende die Gefährlichen, heißt es. Und ausserdem: „Auch  aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen“ (J.W. von Goethe) Weiterlesen

Share

Loslassen – der Zukunft eine Chance geben

Ich liebe die Zeit „zwischen den Jahren“. Um korrekt zu sein, gibt es sie natürlich nicht, denn die Jahre wechseln sich sekundengetreu ab. Aber es ist ein Luftholen nach dem meist turbulenten Weihnachtsfest und alles geht etwas ruhiger bis das neue Jahr von uns erwartet, wieder mit neuer Energie anzutreten. Mir scheint, diese Tage geben einem „offiziell“ die Erlaubnis, auszubaumeln, innezuhalten, privat zu sein, mit dem vergangenen Jahr persönlich abzuschließen.

zwischen den Jahren-Loslassen - der Zukunft eine Chance gebenAls würde ich die Erlebnisse in den Ordner 2016 ablegen, trenne ich mich jetzt schweren Herzens von schönen Reiseerlebnissen, unbeschwerten Sommertagen, fröhlichen Familientreffen….. Am besten alles bliebe, wie es ist – keine Veränderungen, die mein empfindliches und mühsam erreichtes Gleichgewicht ins Schwanken bringen. Ich fühle mich neuen Erschütterungen noch nicht gewappnet. Ich möchte festhalten, was ich habe und weiß doch, dass ich nicht selber darüber verfüge. Alles ist geliehene Zeit, sie bleibt nicht in meinen Händen, sie zerrinnt mir durch die Finger und ich muss sie loslassen. Nur so bekomme ich Platz für Neues, ob es mir gefällt oder nicht.zwischen den Jahren-Loslassen - der Zukunft eine Chance geben

 

Unsere große Welt ist so unsicher, dass ich mir meine eigene kleine sichere Welt basteln möchte. Am liebsten vakuumverpackt wie in einer Schneekugel. Stille, aber kein Leben. Die Sicherheit des Lebens besteht darin, dass es unruhig, unaufhaltsam und extrem wandlungsfähig ist. Flexibel. Ich habe also die Wahl , mich starr dagegen zu stellen und in Kauf zu nehmen, daran zu zerbrechen, oder selber flexibel zu werden, offen, gespannt auf das Neue. Wer weiß, vielleicht möchte ich auch davon in einem Jahr nichts missen?

Betty

Share

Leidenschaft, die Leiden schafft

Was haben der Eiffelturm, die 9. Sinfonie, ein paar Jeans, Luthers 95 Thesen, Pippi Langstrumpf und die Sixtinische Kapelle gemeinsam?

Sie alle wurden von Menschen geschaffen, die, obwohl sie zu ganz unterschiedlichen Zeiten lebten, eines teilten: Eine ausgeprägte Leidenschaft zum Leben, die in ihnen das Beste hervorrief, was sie zu geben hatten: ihre Begabungen, Talente, Ausdauer, ihren Fleiss und Mut.

Leidenschaft, die Leiden schafft

Ich finde  den Begriff  „Leidenschaft“ wunderbar, weil er so komplexe Inhalte vermittelt, wie Schaffen, etwas mit Inbrunst tun, aber auch die Bereitschaft zu Leiden und Verzicht ausdrückt und damit das eigene Wohl hinter der Idee zurück stehen lässt. Passion. Also nichts für die breite Masse.

Leidenschaft, die Leiden schafft

Was  aber wäre die Welt ohne all die eingangs erwähnten Beiträge, die heute unsere Kultur so stark prägen? Es gibt nichts Weltbewegendes ohne Menschen, die sich mit Hingabe ihrer Sache widmen. Diese Menschen werden so dringend gebraucht! Und doch gibt es in unserem Land Viele, die mit leeren Gesichtern sich ihrem Einerlei-Trott ergeben haben. Es müssen ja auch nicht alle potentielle Burnout-Anwärter sein 😉

Leidenschaft, die Leiden schafft

Trotz aller Fehler, die sich gerächt haben, trotz der Demontierung meiner Persönlichkeit, trotz allen Leidens in diesem Zusammenhang: Immer noch und wieder möchte ich mich begeistern können. Was ich innerhalb meiner Möglichkeiten tun kann, mit Hingabe tun. Ein Lächeln in Gesichter zaubern. Ich möchte Spuren hinterlassen und auch glühender Bewunderer sein.  „Feuer fangen“ eben, auch wenn man sich dabei doch hin und wieder mal den Mund verbrennt. Mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit all meiner Kraft….leben, lieben, Funken sprühen.

Wofür brennst du?

Betty

Share

Herz- wo bist du? Mein Lebensmittelpunkt

Ein Indianer und ein Weißer treffen sich zu Verhandlungen im Saloon.

Sagt der Indianer: „Hier zirpt irgendwo eine Grille.“ Der Weiße darauf: „Selbst wenn, die könntest du bei diesem Lärm hier sowieso nicht hören.“ Der Indianer geht vor die Tür und zeigt dem Weißen die Grille, die im Strauch daneben sitzt. „Gutes Gehör“ lobt der Weiße, „ihr seid eben Kinder der Wildnis“. Wieder im Saloon, lässt der Indianer unbemerkt eine Münze fallen. Sofort schaut der Weiße unter den Tisch. „Gutes Gehör“, lobt der Indianer…

Ein Indianer und ein Weißer treffen sich

Die Geschichte lässt offen, in welche Kategorie der Indianer die Weißen daraufhin schiebt, aber sie macht deutlich, daß wir unsere Aufmerksamkeit stets darauf richten, was uns wirklich wichtig ist.

Von jeher gilt das Herz poetisch als Zentrum unseres Wesens, zu dem all unsere Empfindungen zusammenlaufen. Also mein Lebensmittelnpunkt, um den sich meine Welt dreht. Was macht ihn aus? Bin ich irgendwo ganz „mit dem Herzen dabei“? Worauf ist mein Fokus scharf gestellt? Oder habe ich aus dem Blick verloren, was mir so wichtig war?  Drehe ich mich vielleicht nur um die eigene Achse? Bin ich noch auf der Zielgeraden? Habe ich überhaupt ein Ziel?

Ein Indianer und ein Weißer treffen sich

Ich glaube, es ist sogar existentiell, sich diese Fragen zu beantworten, denn in Zeiten allgemeiner und ganz persönlicher Verunsicherung laufe ich Gefahr, mich mühsam auf Umwegen zu plagen und in Sackgassen stecken zu bleiben, wenn ich nichts habe, wofür sich ein Ankommen lohnt. Ein Lebensziel zu haben, statt der Gedankenlosigkeit zu verfallen, treibt mich an und gibt neue Energie. Die Bibel drückt das unmissverständlich aus: “ …denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ ( Matth. 6,21)

Ein Indianer und ein Weißer treffen sich

Geh‘ auf Schatzsuche! Es muss nicht der Mittelpunkt der Erde sein. Es reicht der deines Lebens. Dann wirst du dein Herz auch wieder fühlen und kannst sogar wieder Feuer fangen…

Betty

PS: Ich habe mein Ziel gefunden, auch wenn die Route nicht immer klar ist. Die Bibel ist dabei meine „Schatzkarte“.

Share

Dunkle Tage – wenn die Fröhlichmacher nicht fröhlich machen

Dunkle Tage - wenn die Fröhlichmacher nicht fröhlich machenSummertime and the living is easy…

haben es  große Jazz – Interpreten in der  bekannten Oper „Porgy and Bess“ von Gershwin besungen und drücken damit die Leichtigkeit des Seins aus, die ein unbeschwerter Sommertag mit sich bringt. Blauer Himmel, wogende Kornfelder, Meeresplätschern… Jeder assoziiert damit andere, aber immer angenehme Dinge.

Die Sonnenseite des Lebens ist uns leider nicht immer vergönnt. Was, wenn sich die Tage grau in grau feuchtkalt dahin schleppen und die Nebelschwaden sich klamm auch auf unser Gemüt zu legen scheinen? Wenn die größte Herausforderung des Tages darin besteht, morgens aufzustehen? Wenn die schon am Nachmittag einsetzende Dunkelheit beklemmend nach der Seele greift und ihr droht, im Meer aus Trübseligkeit zu versinken? Wenn die kleinen runden Fröhlichmacher uns ihre aufhellende Wirkung zu versagen scheinen und gut gemeinte Spaziergänge die Tristheit draußen noch mehr verinnerlichen?Dunkle Tage-www.feuerfangen.de

Wenn die  innere Chemie  aus dem Gleichgewicht geraten ist und die Highlights unserer Gefühle nicht mehr zu uns durchdringen, weil wir uns mit äusserer Chemie vor Tiefflügen schützen müssen, kann ein einfaches Prinzip  uns helfen, seelisch zu „überwintern“: Rückbesinnung auf schöne Dinge, die ich  z. Bsp im Sommer erlebt habe: Die Ferienreise, das Treffen mit Freunden, ein tolles Konzert, die Einladung zur Grillparty. Oder so simple Dinge, wie das weiche Moos unter meinen Füßen spüren, dIe Abende im Kerzenschein auf der Terrasse, sich im Wasser geschmeidig bewegen können, mit Kindern eine Sandburg bauen…

Dunkle Tage - wenn die Fröhlichmacher nicht fröhlich machen

Goethe formulierte es so: „Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe, aus ein paar sonnenhellen Tagen, sich soviel Licht ums Herz zu tragen, dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.

Dankbarkeit  ist ein weiteres Schlüsselwort im Umgang mit düsterer Stimmung. Dankbar zu sein für das, was man hat, statt nach dem zu sehen, was man nicht hat.

Noch krasser finden wir es bei Dale Carnegie in seinem Buch „Sorge dich nicht – lebe!“ ausgedrückt : „Das Leben war trübe, und Dollar hatte ich keine. Da traf ich auf der Straße einen Mann ohne Beine.“

Alles ist also relativ! Einer unserer ärgsten Gegner im Ringen um unser eigenes Wohlergehen ist gleichzeitig ein enger Vertrauter: das Selbstmitleid. Es verzerrt unseren Blick und versperrt der Dankbarkeit den Weg. Aber es liegt an uns, ihm Raum und Stimme zu verleihen. Halten wir also lieber nach den Sonnenstrahlen statt nach Regenwolken Ausschau!  Und wenn wir sie gar nicht sehen, ist es immer noch „besser, ein Licht anzuzünden, statt über die Dunkelheit zu schimpfen.“ (Konfuzius)

Betty

Dunkle Tage - wenn die Fröhlichmacher nicht fröhlich machen

Share

Des Kaisers neue Kleider- Mut zur Wahrheit

Die Welt um uns herum ist laut und bunt.

Überall buhlt man um meine Aufmerksamkeit: Leuchtende Farben, schrille Töne, bewegte Bilder. Die verschiedenen Medien übertrumpfen sich darin, mein Interesse für alles nur Denkbare zu wecken. Viele Angebote sind verlockend und gaukeln mir vor, es besonders gut mit mir zu meinen. Respektable Institutionen, staatliche Einrichtungen, Personen der Öffentlichkeit – sie alle beanspruchen mein Vertrauen zu ihnen.

Und dann sind da noch die Stimmen in mir, die mich glauben ließen, über allem zu stehen, unantastbar zu sein für Schmeichelei, Ablenkung, Sentimentalitäten. Und die ganz plötzlich die Melodie von Dur auf Moll geändert haben und nun im Shuffle – Modus mir die Un-Wörter vorsingen: unbeholfen, unfähig, uninteressant, unwichtig, unsicher…….

Halt! Stop! Wir sind keine willenlosen Geschöpfe, die ferngesteuert reagieren müssen, und unsere Seele ist kein Teppich auf dem jeder nach Belieben herumtrampeln kann!Des Kaisers neue Kleider- Mut zur Wahrheit

„Die Freiheit des Menschenliegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will“.     (Jean Jaques Rousseau)

Eine Personengruppe, die dieses Prinzip wunderbar erfasst hat, sind zum Beispiel kleine Kinder. Und zum Leidwesen vieler Eltern setzen sie es jeden Tag aufs Neue um.  Kinder haben einen besonderen Sinn, zu erkennen, was echt oder geheuchelt ist. Haben wir das Kind in uns schon komplett zum Schweigen gebracht? Mir fällt dazu Hans Christian Andersens Märchen „Des Kaisers neuen Kleider“ ein. Aus Angst, als dumm oder unmodern eingestuft zu werden, gaben die Leute darin vor, etwas zu bestaunen, was es gar nicht gab. Weil alle es taten. Weil die Täuschung so geschickt verpackt war, dass man eher am eigenen Verstand als an der Glaubwürdigkeit anderer zweifelte. Erst ein kleines Kind sprach laut aus, was alle heimlich dachten: Da ist ja gar nichts dran! Beschämt mussten die Erwachsenen die in der Geschichte wörtlich genommenen „nackten Tatsachen“ zugeben.

Laß deinen gesunden Menschenverstand walten! Er hat nicht gelitten, wie oft du auch daran zweifelst oder andere dich als unmündig behandeln mögen. Unser Verstand unterscheidet uns im Wesentlichsten von den Tieren. Wo er nur noch auf „stand by“ steht, aber nicht aktiviert wird, verkümmert er und wir werfen  Willen, Energie, Fähigkeiten – unser ganzes Potential – wie Perlen den Säuen vor.

Des Kaisers neue Kleider- Mut zur WahrheitTriff bewusst deine Entscheidungen! Trau‘ dich zu sagen und zu tun, was du denkst, unabhängig davon, was andere davon halten. Du wirst damit nicht immer populär sein, aber auf jeden Fall du selbst. Und damit bist du, was unsere Welt so dringend braucht: authentisch.

Betty

PS: Ich liebe den großen Künstler Joan Miro. Vielleicht hat auch er sich bei seinen großformatigen Wandbildern von kleinen Kindern inspirieren und einfach das  Kind in ihm malen lassen. Ich finde, das stellt die Ausdruckskraft nicht in Frage, oder was meinst du? ;-))


Self-Portrait I

Joan Miro
 

Share

Authentisch leben – wer bin ich wirklich?

Du hast dich ganz neu kennengelernt.

Und du fragst dich, wo ist es hin, das alte ICH? Die geschäftige, selbstbewusste Person, die stets alles im Griff, ständig das letzte Wort hatte? Gedanklich immer den anderen voraus, mit einem scheinbar unerschöpflichen Vorrat an Energie, die sie einzusetzen nie müde wurde, wenn bei allen anderen schon die Luft raus war. Neue Herausforderungen wurden freudig begrüßt. Tatendrang aus Leidenschaft.

Authentisch leben - wer bin ich wirklich?

Jetzt bist du froh, wenn du deinen Alltag halbwegs geregelt bekommst. Manchmal in Zeitlupe. Deine Gedanken wandern umher, du schaffst es nicht, sie einzuholen, sie da zu konzentrieren,  wo du sie gerade brauchst. Deine To – do – Liste bleibt leer, du magst die Lappalien nicht eintragen,  die dir gezwungenermaßen dennoch alles abverlangen.

Du sehnst dich nach deinem früheren Ich, dass irgendwo verlorengegangen sein muss. Auf das du so stolz warst! Diese Person scheint nur noch wenig mit dir gemein zu haben.

Aber warst du das wirklich, oder hast du dir und anderen etwas vorgemacht?  Woher kam deine Energie? Hast du den Dynamo übersehen, der an deinem Hamsterrad befestigt war? Du hast dich  selber angetrieben! Wofür? Was war deine Motivation? Hast du dir diese Frage jemals erlaubt?  In einem Krimi gehört zu jeder Tat ein Motiv. Oft ist sogar die Erkenntnis des Motivs die Vorraussetzung, dem Täter auf die Spur zu kommen. Das WARUM ist für uns also eigentlich wichtiger als das WAS (am Ende dabei hinten rauskommt), auch wenn wir uns das nur ungern eingestehen, weil so unschöne Begriffe wie Geltungsdrang, Sehnsucht nach Anerkennung, sich beweisen müssen, Ehrgeiz u.s.w. dahinter stecken. Mein Lieblingswort  „Ergebnisorientierung“ erscheint plötzlich zwielichtig. Der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel.

Authentisch leben - wer bin ich wirklich?

Um die Frage zu beantworten: „Wer bin ich wirklich?“ muss ich auch die Frage: „Was treibt mich an?“ stellen. Die Selbsterkenntnis, dass vielleicht nicht alle Motive edel, hilfreich und gut waren, ist schmerzhaft, aber um nicht der Selbsttäuschung zu erliegen, unvermeidbar.

Erst diese Auseinandersetzung mit dir selbst, ermöglicht es dir, dein wahres Ich zu entdecken, authentisch zu leben und echt zu sein. Ohne die Maske des Perfektionismus darf ich zu Fehlern stehen, Schwäche zeigen und Hilfe annehmen. Befreites Leben leben.

Jemand, dem dies nicht vergönnt war, aber der sich die gleichen Fragen gestellt hat, war der Theologe und am Widerstand gegen die Nazis Beteiligte, Dietrich Bonhoeffer. Er wurde kurz vor Kriegsende im KZ hingerichtet. Trotz seiner Zweifel und Fragen wusste er sich aufgehoben.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest
Wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott,
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott.

Dietrich Bonhoeffer

Www.feuerfangen.de

Share

Ein Meer aus Zeit

Und dann bekommst du etwas sehr Kostbares geschenkt.

Etwas, mit dem du martialisch umgegangen bist. Etwas, was du ausgebeutet hast, indem du es vollgestopft hast, bis es eben nicht mehr da war. Etwas, was du scheinbar Untätigen überlassen hast. Etwas, womit du jongliert hast, immer kunstvoller, bis es dir schliesslich entglitten ist. Du dachtest, es im Griff zu haben, bis das Rollenspiel gewechselt und du selbst zum Spielball geworden bist.

Ein Meer aus ZEIT.

Ein Meer aus Zeit

Du kannst sie nicht kaufen, mit dem was du erarbeitet hast. Du bekommst sie geschenkt, anvertraut, notfalls verordnet.

Was fängst du damit an? Am Anfang macht es dir vielleicht sogar Angst. Wer gewöhnt ist, immer gefordert, gefragt, immer mittendrin zu sein, der mag sich jetzt vielleicht sogar ausgegrenzt, aufs Abstellgleis, abgeschoben oder in die eigene Häuslichkeit verbannt fühlen. Manches wirkt nur solange reizvoll, wie es unmöglich scheint, es zu besitzen. Leben nach Burnout-www.feuerfangen.de

Ich möchte dir Mut machen, das Abenteuer Zeit zu wagen. Es ist nicht jedem vergönnt. Trau dich, im „Meer aus Zeit“ zu baden. Immer ein wenig weiter hinein, bis die Wellen dich tragen und du anfangen musst zu schwimmen, um die Richtung selbst zu bestimmen, deinem Alltag wieder ein Stück Struktur zu geben.

Für mich war es der schönste ‚Badesommer‘ überhaupt: den Vögeln zu lauschen, auszuruhen, Freunde zu treffen, mit Kindern zu spielen, Sonnenuntergänge zu bestaunen.

Leben nach Burnout-Meer aus Zeit-www.feuerfangen.de

Vergangenes zu reflektieren, an Zukünftiges nicht denken zu müssen. Das Leben in der Gegenwart zu lernen. Zeit zu haben, auch für andere, macht dich schnell zur Anlaufstelle. Du ermutigst und bekommst Ermutigung. Du hörst zu und dir wird zugehört. Du nimmst dich zurück und bekommst Aufmerksamkeit. Du merkst auf einmal, dass das Leben auch von einem Platz auf der Reservebank aus spannend sein kann und dass du für die Menschen, die dir kostbar sind, genauso wertvoll  bist, unabhängig von dem, was du gerade zu leisten im Stande bist.

Betty

Share

Total Eclipse of my heart – Raus aus dem Tunnel

 

Du bist in ein tiefes Loch gefallen und hast nicht die Kraft, dich da raus zu kämpfen.
Du glaubst, du bist vom Leben abgeschieden, allein mit deinem neuen Ich, dass du so gar nicht kennst. Es stellt sich vor: Erschöpfung. Sich nicht konzentrieren können. Traurigkeit. Mutlosigkeit. Perspektivlosigkeit. Na toll! Sonst noch was? Ach ja: Nichts auf die Reihe kriegen.
Zuerst versuchst du es mit Ignoranz: Das bin nicht ich. So bin ich nicht. Aber deine Gedanken fahren Karussell. Endlosschleife. Dann erkennst du, dass du diesen ungebetenen Gast nicht einfach wieder los wirst. Also bekämpfst du ihn. Nur hat dich all deine Kraft verlassen.
“Der Geist ist frei und unberechenbar…“ erkannte schon der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel vor ca. 200 Jahren. Ob er das damit gemeint hat? Du fühlst dich dieser, deiner neuen Persönlichkeit ausgeliefert. Gnadenlos verbraucht sie Schachtelweise Kleenex. Sie heult in der Sauna, unter der Dusche, unter der Bettdecke, sie heult auf dem Klo. Sie heult beim Wimpern tuschen, beim Autofahren, im Supermarkt, beim Essen. Irgendwie immer.

So kann es nicht weitergehen, denkst du. Irgendwer muss doch den Wasserhahn wieder abstellen können. Hilfe!! Ich brauche Hilfe!! Glückwunsch- der erste Gedanke in eine richtige Richtung! Lass eine Fachkraft ran. „Seelenklempner“. Jetzt weißt du auch, woher dieses Wort kommt. Die helfen, den Hahn wieder zuzudrehen.

Total Eclipse of my heart – Raus aus dem TunnelUnd du merkst auf einmal: Hallo, es gibt anscheinend mehr von meiner Sorte! Tatsächlich ist das auch schon anderen passiert. Ich bin also gar nicht so strange.
Die Leute vom Fach sagen dir „Kein Problem. Du bist okay, so wie du bist. Du kannst nichts falsch und musst nichts richtig machen . Aber der Druck muss raus. Und das braucht Zeit.“ Und du merkst auf einmal, wie die Zentnerlast der Steine auf deiner Seele erschüttert und durchlässig wird. Du spürst die Wunden, aber das Durchatmen wird wieder möglich.

Erkennst du dich wieder?
Fortsetzung folgt.

Betty

Share

Leben wie Ikarus?

Kennst du die alte Geschichte von Ikarus aus der griechischen Mythologie?
Mit Flügeln, die mit Wachs befestigt waren, fühlte er sich kraftvoll und stark, wortwörtlich „beflügelt“. Mahnungen, nicht zu hoch zu fliegen, nahm er nicht ernst.
Grenzen auszutesten, sich über sie hinweg zu setzen, Neues auszuprobieren, verursachte ihm freudiges Kribbeln. No Risk – No Fun. Es erfüllte ihn mit Energie, seine Schwingen auszubreiten, die Strömungen der Luft darunter zu spüren und in ungeahnte Höhen aufzusteigen. Er fühlte sich erhaben und euphorisiert. Berauscht von der neuen Dimension, erfasst er zu spät die zunehmende Hitze der Sonne, der er immer näher kommt. Geblendet verliert er die Kontrolle und merkt, wie die Konstruktion seiner Flügel nachgibt, weil das Wachs in der Sonne schmilzt .
Versengt stürzt er in die Tiefe.

Leben wie Ikarus?

Vielleicht liegt eine ähnliche Story hinter dir. Ein Funken sprühendes Energiebündel, immer zum Einsatz bereit, Leistung aus Leidenschaft. Irgendwann dreht der Wind und du kommst nicht mehr voran. Keiner der dich anfeuert. Dein Akku läuft leer. Nichts geht mehr. Ein Häufchen Elend, das vor sich hin glimmt. Ausgebrannt. Neudeutsch: Burnout.

Wie geht es weiter? Der Geruch nach Verbranntem und kalter Asche haftet einem lange an, sagt man. Für immer „gebrandmarkt“ ?
Wie kommt das Leuchten wieder hinter die Fassade?  Unser Lebensgebäude- worauf ist es gegründet? Ist das Fundament noch tragfähig?
Wieder neu „feuerfangen“ – wie geht das?

Das lass uns gemeinsam herausfinden – in diesem Blog.

Betty

Share